Interaktive Kuratierung
Tausend ehrliche Listen ergeben keinen Überblick. Ich habe das selbst gemerkt. Ich sammle Bookmarks, speichere Links, schreibe mir Notizen. Und nach drei Monaten finde ich nichts mehr. Rankings lügen, alphabetische Sortierung ist willkürlich, Kategorien sind zu starr. Vielleicht liegt die Antwort irgendwo dazwischen. Ein Werkzeug das Dinge nicht sortiert, sondern in Relation setzt.
Ich frage mich ob Vektoren der richtige Weg sind. Nicht Rankings, nicht Positionen. Sondern Muster. Ein Eintrag der nah an einem anderen liegt, nicht weil jemand ihn dort einsortiert hat, sondern weil die Eigenschaften ähnlich sind. Bei mir funktioniert das intuitiv, ich merke Verbindungen zwischen Dingen die auf keiner Liste nebeneinander stehen würden.
Das Interface müsste interaktiv sein. Nicht eine fertige Liste die du konsumierst, sondern ein Prozess der dich fragt: was suchst du, warum, in welchem Kontext? Ich bin mir nicht sicher ob das für andere funktioniert oder ob das nur mein Wunsch ist, weil ich selbst so denke. Kann ein Werkzeug jede beliebige Entität verarbeiten und trotzdem nützlich bleiben?
Vielleicht ist die eigentliche Frage nicht wie man kuratiert, sondern für wen. Ein Werkzeug das Verbindungen sichtbar macht die in flachen Listen unsichtbar bleiben, klingt gut. Aber wer braucht das wirklich? Und ab welchem Punkt wird ein interaktives Verzeichnis so komplex dass es selbst zum Noise wird?