Sortieren ist Denken
Jede Liste ist eine Entscheidung. Was steht oben, was steht unten, was fehlt ganz. Ich merke das bei mir selbst. Wenn ich jemandem drei Tools empfehle, habe ich schon zwanzig aussortiert. Und die Kriterien nach denen ich aussortiere sind meine, nicht universell.
Google sortiert nach Relevanz, aber Relevanz heißt: was bringt Klicks. Amazon sortiert nach Verkäufen, aber Verkäufe heißen: was hat das größte Werbebudget. Kein Verzeichnis ist neutral. Jedes Verzeichnis ist eine Meinung die sich als Infrastruktur verkleidet. Ich frage mich ob das überhaupt ein Problem ist oder ob wir einfach ehrlicher damit umgehen sollten.
Eine Liste die sagt "das sind die zehn besten Tools" lügt. Eine Liste die sagt "das benutze ich und das ist warum" hilft. Bei mir hat der Unterschied einen Namen: Kontext. Ohne Kontext ist jede Liste Noise. Mit Kontext wird selbst eine kurze Liste wertvoll.
Vielleicht ist Sortieren selbst schon ein Denkprozess. Nicht nur das Ergebnis, sondern der Akt. Wenn ich entscheide was oben steht, entscheide ich was wichtig ist. Aber was wenn meine Sortierung in drei Monaten falsch ist? Gilt die Ehrlichkeit von heute dann noch?